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Food-Porn-Fotos, die dich hungrig machen – Blogger Carlo von Vegalisciously

Knapp 100’000 Menschen bringt Carlo Cao mit seinem Food-Account Vegalisciously zum Sabbern - seine Bilder sind wahrer Food-Porn. Die Liebe und Leidenschaft zum Kochen steckt ihm bereits seit Kindestagen tief in den Knochen - daran änderte auch Carlos Umstieg auf einen pflanzlichen Lebensstil nichts. Im Gegenteil - die neu gefundene Vielfalt der veganen Küche beflügelte seine Kreativität. Was den Schweizer-Italiener zu neuen Rezepten inspiriert und was er mit Vegalisciously noch erreichen will, liest du in unserem Interview.

Hi Carlo! Erzähl: Wer bist du, was machst du, woher kommst du?

Ich bin Carlo und komme aus Graubünden. Momentan studiere ich noch Spanisch, Italienisch und Erziehungsswissenschaften, demnächst schliesse ich meinen Master ab. Kochen und Essen waren jedoch schon immer meine grössten Leidenschaften.

Wie hast du deine Liebe zum Kochen gefunden?

Mit 12 Jahren habe ich mit dem Kochen angefangen, weil meine Mutter viel gearbeitet hat. Oft kamen unsere Grosseltern und meine Schwestern zum Zmittag und ich war meistens der Erste, der Zuhause war, also habe ich gekocht. Schon damals war es mein Traum Koch zu werden. Doch meine Mutter wollte, dass ich studiere. Selbst wenn ich in der Uni bin, schaue ich auf Pinterest nach Rezepten. Das Kochen ist einfach die Zeit, die ich für mich habe, in der ich etwas kreieren und Neues herausfinden kann.

Deine Food-Fotos sind der Wahnsinn! Hast du dir das Fotografieren selbst beigebracht?

Ja! Ich habe vorher nie professionell fotografiert. Mein Grossvater war Fotograf und hat oft wunderschöne Bilder von meinen Geschwistern und mir gemacht. Meine erste richtige Kamera habe ich erst letztes Jahr gekauft und einfach damit angefangen, indem ich Youtube-Tutorials schaute, um mir das beizubringen. Meine ersten Bilder waren wirklich unbrauchbar, aber mit der Zeit lernt man dazu. Ich finde es schön, mein Essen durch Fotografie zum Leben zu erwecken.

Was war der grösste Aufwand, den du einmal für ein Foto betrieben hast?

Eigentlich habe ich nie einen grossartigen Aufwand mit meinen Fotos. Ich koche etwas und mache einige Bilder davon. Es ist nicht so, dass ich erst 300 verschiedene Settings ausprobieren muss. Das passiert immer recht spontan. Das Fotografieren an sich ist nicht wahnsinnig aufwendig. Eine Idee zu entwickeln, einkaufen zu gehen, ein Rezept zusammenzustellen, kochen, die Küche putzen, Bilder machen, Bilder bearbeiten und das Rezept aufschreiben - das alles ist wiederum sehr zeitaufwendig. Es gibt aber kein Rezept oder Bild, das aufwendiger gewesen wäre als ein anderes.

Welche Message möchtest du mit Vegaliciously verbreiten?

Meinen Blog habe ich ursprünglich gestartet, weil ich in die vegane Welt einsteigen wollte. Die Idee war, zeigen zu wollen, wie geil veganes Essen ist. Jedes mal, wenn ich mit meiner Familie über veganes Essen geredet habe, hatten sie das Gefühl, dass das langweilig und immer nur gesund sei. Ich wollte einfach zeigen, was man kochen und wie lecker das Essen sein kann.

Was bedeutet Nachhaltigkeit für dich?

Nachhaltigkeit ist für mich der gesunde Umgang mit unserer Umwelt und gegenüber  unserer Ressourcen und unserer Welt Respekt zu zeigen.

Du hast nur knapp 160 Beiträge - wie hast du es so schnell auf eine Followerschaft von fast 100’000 Abonnenten geschafft?

Meine Bilder werden ziemlich oft re-postet, beispielsweise von “Best of Vegan”, “Food 52” oder “Vegan Food Posts” und dadurch bekomme ich neue Follower.

Ist Food-Blogging dein Hauptberuf? Was hast du davor gemacht?

Auch wenn ich mit dem Food-Blogging mein Geld verdiene, habe ich momentan wenig Zeit dafür, weil ich studiere. Vor dem Bloggen habe ich bei Caterings und bei Zara gearbeitet.

Kannst du von deinem Blog leben?

Momentan ja, ob das auch in Zukunft so sein wird, weiss ich noch nicht.

Wie und wo findest du Inspiration, um neue Rezepte zu kreieren?

Das kommt drauf an: Manchmal sehe ich beim Einkaufen etwas oder ich erinnere mich an ein Rezept von meiner Mutter von früher, das ich veganisieren möchte. Mich inspirieren auch Farbkombinationen zu neuen Rezepten. Oder ich schaue auf Pinterest nach Bildern und Inspiration.

Was möchtest du mit Vegaliciously erreichen? Hast du ein grösseres Ziel?

Mein Ziel ist es, ein E-Book oder Kochbuch mit meinen Rezepten zu veröffentlichen. Es soll auch Tipps und Tricks enthalten, mit denen Zutaten einfach ersetzt werden können.

Ich möchte aber auch auf nachhaltige Projekte aufmerksam machen, Clean-Up-Events organisieren und einfach etwas Gutes für die Seele und die Umwelt tun. Denn ich finde die herrschende Wegwerfgesellschaft und Umweltverschmutzung einfach furchtbar - deshalb möchte ich mit Vegaliciously etwas dagegen unternehmen.

Was gefällt dir am Blogger-Leben und was nicht?

Mir gefällt, dass ich mit meiner Leidenschaft mein Geld verdiene. Schwierig finde ich es, von Leuten abhängig zu sein, die meine Rezepte kaufen. Mein Einkommen ist von ihnen abhängig und dadurch auch unregelmässig. Das hat aber auch damit zu tun, dass ich wenig Zeit für meinen Blog habe. Das wird sich nächstes Jahr ändern.

Die sozialen Medien sind zu einem der stärksten Marketing-Tools unserer Zeit geworden. Siehst du darin auch etwas Negatives?

Vieles, das wir online sehen und das schön aussieht, entspricht nicht der Realität. Das finde ich gefährlich. Nehmen wir als Beispiel unser Körper-Image: Auf Instagram sieht man überall perfekte Bodies, nur ein Bruchteil der Bevölkerung sieht so aus. Dadurch entsteht oft Druck, auch so aussehen zu müssen. Das kann krasse Auswirkungen auf uns haben. Ich merke auch selbst, dass ich mir früher weniger Gedanken um mein Aussehen gemacht habe. Mich stört, dass Oberflächlichkeit zum Trend geworden ist. Doch durch Social Media verbreiten sich auch viele wichtige Thematiken, es hat eben zwei Seiten.

Was motiviert dich dazu, einen pflanzlichen Lebensstil zu leben?

Ich glaube, dass unsere Umwelt am Arsch ist - das ist meine grösste Motivation. Ich sehe einfach, wie krass sich das Klima ändert und sehe unseren (schädlichen) Einfluss auf die Welt in dem Zusammenhang. Ich finde es schade, dass wir in einer Welt leben, in der viele Menschen nicht an unsere Zukunft denken. Vieles wird sich innerhalb der nächsten Jahre drastisch ändern und manche Menschen kapieren das einfach nicht. Einerseits macht mir das Angst, andererseits pusht es mich dazu, aktiv zu sein. Ich finde es mega wichtig, jetzt etwas Gutes zu tun.

Abgesehen vom Kochen und Fotografieren, wofür brennst du noch?

Gerade habe ich Yoga für mich entdeckt, weil mein Freund eine Yoga-Ausbildung abgeschlossen hat. Ich liebes es, wie es sich anfühlt und dass ich Zeit habe, abzuschalten und mich auf mich zu fokussieren. Für das Essen brenne ich aber am meisten (lacht).

Hast du einen Tipp für andere angehende Influencer und Foodies, die ihre Leidenschaft mit anderen teilen möchten?

Qualität ist wichtig. Achtet auf Ästhetik. Macht etwas mit einer guten Message dahinter, denkt nicht nur an euch selbst sondern auch an unsere Welt - sie braucht uns. Das finde ich wichtig.

Vielen lieben Dank, Carlo! Wir wünschen dir viel Erfolg für all deine geplanten Projekte und freuen uns auf viele weitere leckere Rezepte auf Vegaliciously!

 

Kennst du Carlo und seinen tollen Instagram-Account/Blog bereits? Hast du schon mal ein Rezept nachgekocht? Verrate es uns in den Kommentaren!


Bleib up to date mit Carlo auf seinem Blog und Instagram-Account

 

Interview: Allegra Wolff

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