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UglyFruits - Mit hässlichen Früchten gegen Food-Waste

Rund 30 Prozent des Obsts und Gemüses, das in der Landwirtschaft produziert wird, landet  nach der Sortierung im Abfall. Die Produkte sind für den Verkauf in Supermärkten zu unförmig, zu klein oder schlicht zu “hässlich”. Das Schweizer Unternehmen UglyFruits setzt sich gegen diese Lebensmittelverschwendung ein, indem es Gemüse- und Obstkörbe mit all den aussortierten Waren innerhalb der gesamten Schweiz versendet. Wir haben uns mit UglyFruits-Gründer Michaël im Interview unterhalten.

Hi Michaël!  Bitte stell dich vor und sag uns, wer du bist und was du machst.
Mein Name ist Michaël Dusong und ich bin Unternehmer aus Neuenburg. Durch meine Initiativen engagiere ich mich für einen ökologisch verantwortungsbewussten Lebensstil. Insbesondere bin ich der Gründer von UglyFruits, einem neuen Service für die Lieferung von biologischen und nicht nach Form- oder Grössenbestimmungen kalibrierten Obst- und Gemüsekörben zu einem reduzierten Preis.

Unsere Mission: Bio-Produkte durch eine Preissenkung weitgehend zugänglich zu machen, indem Obst und Gemüse verkauft wird, das normalerweise weggeworfen wird! UglyFruits sagt Stopp zur Verschwendung und Ja zu einem viel verantwortungsvolleren Konsum.

Wie gross ist das UglyFruits-Team und seit wann gibt es euch?
Uns gibt es seit Juni 2018, wir sind also noch nicht mal ein Jahr alt! Und doch sind wir bereits eine weitreichende, umweltbewusste Initiative mit einem Team, das täglich wächst. Heute sind sechs Personen für die Kundenbetreuung und Kommunikation zuständig, um sicherzustellen, dass die Karotten auch pünktlich an eure Tür klopfen. Drei Personen sind für die Beziehungen zu den Produzenten und die Zusammensetzung der Bio-Obst- und -Gemüsekörbe verantwortlich.

Was hat euch dazu motiviert, UglyFruits zu gründen?
Lest diese Zahlen, die noch hässlicher sind als unser Obst und Gemüse:

Fast 30% der landwirtschaftlichen Produktion werden aufgrund von Form- und Grössenbestimmungen aussortiert. In der Schweiz werden jedes Jahr 500 Millionen Kg Obst und Gemüse weggeworfen. Eine Million m3 Wasser werden verschwendet. 450.000 Tonnen CO2 werden für die Erzeugung von unkalibrierten Produkten freigesetzt.

So ist die Geburt von UglyFruits das Ergebnis des Wunsches, den biologischen Landbau ethisch und für alle zugänglich zu machen und gleichzeitig die Lebensmittelverschwendung, die mit den von Grosshändlern vorgeschriebenen Bestimmungen einhergeht, zu reduzieren. Die Idee ist, dass sich jede/r in der Schweiz (auch die in den Bergen verloren gegangenen) die Lieferung von frischem Bio-Obst und -Gemüse leisten kann. Ganz zu schweigen von einer gerechten Vergütung für die Erzeuger und der maximalen Nutzung ihrer Produktion.

Was ist das Besondere an eurem Konzept?
Die Bio-Preise werden durch den Verkauf von unförmigem, aber wunderbarem Obst und Gemüse in der ganzen Schweiz gebrochen. Nein, eine zweibeinige Karotte oder eine verbeulte Birne ist nicht zu hässlich zum Essen! Wir diskriminieren nicht nach Grösse, Form oder Farbe, da der Geschmack gleich bleibt. Wir liefern Bio-Produkte, die nicht tagelang in Kühlräumen gelagert wurden, innerhalb von 48 Stunden direkt nach Hause. Wir bereiten die Körbe morgens vor und sie werden sofort verschickt.

UglyFruits ist ethisch und verantwortungsbewusst: Wir konzentrieren uns auf die Reduzierung von Abfall auf allen Ebenen und insbesondere durch unsere Verpackungspolitik. Wir sind sehr darauf bedacht, unseren ökologischen Fussabdruck zu reduzieren.

Wie funktioniert die Bestellung der Obst- und Gemüsekörbe?
Zum Bestellen geht ihr auf die Website und wählt die Formel, die am besten zu eurem Obst- und Gemüseverbrauch passt. Ihr werdet nach Anzahl der Personen in eurem Haushalt und euren Essgewohnheiten beraten. Dementsprechend wählt ihr:

  • die Grösse der Körbe
  • die Anzahl der Körbe, die ihr erhalten möchtet
  • die Lieferfrequenz (wöchentlich oder alle zwei Wochen)

Die Lieferung der Körbe erfolgt am Tag eurer Wahl (48 Stunden nach Auftragserteilung). Sie bestehen aus mindestens 12 verschiedenen Obst- und Gemüsesorten, die frisch von den Erzeugern gekauft werden, unabhängig von der Formel (ab 59.- bis 165.-). Wir haben keine Einschränkungen in unseren Formeln: Das System ist einfach und anpassbar an den Alltag unserer Abonnenten, die ihr Abonnement zum Beispiel während ihres Urlaubs aussetzen können!

Was wollt ihr mit UglyFruits erreichen, was ist euer Ziel?
UglyFruits ist die biologische Revolution. Wir wollen den Preis von Bio-Produkten senken, ohne die Vergütung der Produzenten zu beeinträchtigen. Je mehr “Ugly Fruiters” wir sind, desto schneller werden wir es schaffen!

Hast du einen Tipp, wie wir als Einzelpersonen nachhaltiger leben können - abgesehen von der Verwertung von krummem Gemüse?
Man muss sich die Zeit nehmen, zu entscheiden, was man isst. Was gut für die Umwelt ist, ist auch gut für uns, nicht nur für die Gesundheit, sondern auch für den Geschmack. Nachdem man einmal einen echten, frischen Salat gekostet hat, ist es schwierig wieder umzukehren. Im Allgemeinen; vertraut auf euren gesunden Menschenverstand, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.  

Woher bezieht ihr eure Waren? Welche Anforderungen habt ihr daran?
Wir arbeiten Hand in Hand mit Schweizer kontrolliert biologischen Produzenten. Je nach Jahreszeit kaufen wir ihr Obst und Gemüse in grossen Mengen in allen Formen und Farben am selben Tag, an dem die Körbe verschickt werden. Wir benötigen daher null Zwischenlagerung, um absolute Frische und Wirtschaftlichkeit auf der Händlerseite zu garantieren (weniger als 1,5% Abfall gegenüber 10-15% in Supermärkten). Um die Körbe zu variieren (vor allem im Winter), beziehen wir einige Früchte und Gemüse aus anderen Ländern ein, aber immer aus fairem Handel. Das verleiht den Rezepten, die wir mehrmals pro Woche veröffentlichen, einen Hauch Exotik!

Wie wichtig ist euch Nachhaltigkeit?
Heute ist das die Grundlage jeder meiner Überlegungen. Ich denke, es ist heutzutage wichtig und intelligent, bei der Lösung eines Problems alle Aspekte der Nachhaltigkeit zu integrieren. Der Konsum ist in unseren Ländern krank, die Mehrheit der Verbraucher weiss nicht mehr, was sie essen und sucht nach den niedrigsten Preisen, ohne an die Folgen für Produzenten und Umwelt zu denken. Es liegt an uns, ihnen zu zeigen, dass es eine Alternative gibt und sie auf eine andere Art des Konsums aufmerksam zu machen.

Welche Zukunftspläne habt ihr für UglyFruits?
Neben Obst und Gemüse planen wir eine Diversifikation zu anderen Produkten (Käse, Lebensmittel, etc.), um ein komplettes Bio-Sortiment anzubieten.

Dies ist Teil unserer Mission, Bio-Produkte für Verbraucher zu demokratisieren, die bisher keinen Zugang dazu hatten.

 

Bist du auch ein/e Lebensmittelretter/in? Hast du Tipps, um Food-Waste zu vermeiden? 

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