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6 Wildkräuter, die du auch im Herbst findest

Kräuter haben in meiner Familie eine Geschichte. Wenn ich sie einsetze, erinnere mich an meine Kindheit zurück und an das dicke Kräuterbuch meiner Mutter in unserem Bücherregal. Sie ging äusserst selten in eine Apotheke, um Medizin zu kaufen. Sie bevorzugte viel lieber einen Besuch in der „Waldapotheke“, kannte alle heimischen Kräuter und wusste diese immer richtig einzusetzen. So gab es z.B. bei Fieber mehrmals täglich eine Tasse frischen Lindenblütentee, statt fiebersenkende Schmerzmittel.

Kräuter sind nicht nur Medizin Natürlich kannst du die vielen, verschiedenen Wildpflänzchen für Heiltees, Kräuterwickel, Tinkturen oder auch als Gewürz nutzen. Und auch ein frischer Wildkräutersalat ist lecker und nahrhaft. Ein solcher Salat schmeckt nicht nur gut, sondern bereichert unser Leben und schenkt uns Gesundheit. Wegen ihrer vielen Inhaltsstoffe schmecken wildwachsende Kräuter viel intensiver und würziger als Anbauprodukte und können dabei helfen, Krankheiten zu heilen oder ihnen vorzubeugen. So freut sich unser Körper über die enthaltenen Bitterstoffe und nutzt sie beispielsweise für eine gesunde Darmflora.

Das Gute liegt so nah

Du musst gar nicht weit reisen, um wilde Kräuter zu finden. Du kannst einfach durch die Natur streifen und sie bei einem Spaziergang einsammeln. Sie wachsen auf Wiesen, in den Wäldern, in Gärten und am Wegrand. Viele in unserer Natur wachsenden Wildkräuter sind durchaus essbar. Dennoch solltest du nur Wildpflanzen sammeln und verwenden, die du auch sicher kennst. Um dies zu lernen, bietet sich ein geführter Kräuterspaziergang mit einem Experten an.

Meine Top 6

Je nach Jahreszeit variiert die Palette der verwertbaren Pflanzen. Jetzt im Herbst, wenn unsere schöne Natur in allen Farben leuchtet, ist auch bei verschiedenen Wildkräutern Erntezeit. Hier kommen meine Top 6 und ein paar Tipps, wie du sie am Besten für dich nutzen kannst:

1. Vogelmiere

Sie wächst gerne auf kahlen Beeten und schützt ihren Boden vor Erosion. Du kannst ihre jungen Triebe und Blüten als Salatgrundlage nutzen oder in einen Smoothie mixen. Vogelmiere liefert dir wertvolles Vitamin A, B und C und enthält um ein Vielfaches mehr an Eisen, Kalzium, Magnesium und Kalium als unser regionales Gemüse.

 

Vogelmiere liefert viel wichtiges Vitamin A und C

 

2. Brennnessel

Im Herbst kannst Du die weiblichen Samen der Brennnessel ernten. Du erkennst sie daran, dass sie grün oder braun sind und von der Pflanze herabhängen. Sie lassen sich einfach abstreifen und trocken verwahren. Die Samen schmecken leicht nussig und eignen sich beispielsweise als Salat-Topping. Sie gehören nicht nur zu den besten, natürlichen Aphrodisiaka, sondern auch zu den wertvollen Proteinlieferanten. Ausserdem enthalten sie eine gute Portion Mineralien wie Eisen, Kalzium und Kalium.

 

Brennnesselsamen schmecken leicht nussig


3. Gundelrebe

Sie wächst häufig in Gärten, auf Wiesen, an Wegrändern und in Hecken. Die Gundelrebe wirkt entzündungshemmend, antibakteriell, antioxidativ, kann den Stoffwechsel anregen und eiternde Wunden heilen. Ihre Blätter sind fein aromatisch und unaufdringlich im Geschmack. Sie eignen sich gut im Salat oder als Tee. Bei Blasenbeschwerden oder Atemwegserkrankungen kannst Du ein warmes Bad mit den Blättern geniessen.

 

Aus den Blättern der Gundelrebe kann Tee gekocht werden

 
4. Pfennigkraut

Dieses vielseitig einsetzbare Kraut kommt in den meisten Gärten vor. Du entdeckst es vielleicht nicht sofort, da es nur knapp über dem Boden wächst. Oft ist es zwischen hohem Gras versteckt, etwa an Uferböschungen. Du kannst die gesamte Pflanze ernten und kopfüber als Strauss, an einem schattigen Platz trocknen. Pfennigkraut wirkt antibakteriell, entzündungshemmend, harntreibend und kann Schmerzen stillen. Du kannst es innerlich und äusserlich anwenden, da es keinerlei Giftstoffe enthält. Ein Tee aus Pfennigkraut kann beispielsweise bei Durchfall helfen oder Husten und Halsschmerzen lindern. Zudem bekämpft es Harnwegsinfektionen.

 

Pfennigkraut wird entzündungshemmend und kann Schmerzen stillen

 
5. Franzosenkraut

Es gibt behaartes und unbehaartes Franzosenkraut – beide Sorten kannst Du verwenden. Du findest es auf Feldern oder in Gärten. Franzosenkraut hat den höchsten Eisengehalt aller hier genannten Kräuter und strotzt vor Mangan, Vitamin C, Vitamin A, Kalzium und Magnesium. Es lässt sich hervorragend als Salatgrundlage nutzen. So ergänzt es auch unaufdringlich deine Smoothies oder dein Pesto. Als Tee oder Salat hilft es Eisenmangel vorzubeugen, kann den Blutdruck senken und Magen-Darm-Beschwerden lindern.

 

Das Franzosenkraut hat den höchsten Eisengehalt aller genannten Pflanzen

 

6. Mildes Wiesenlabkraut

 

Du findest es beinahe ganzjährig auf Wiesen und in Gärten. Oft sucht es sich ein geschütztes Plätzchen unter einem Baum. Verwendet wird der ganze obere Teil des Krautes mit Blüte und Stielen. Wiesenlabkraut hat, ebenso wie das Franzosenkraut, einen recht milden Geschmack und ist deshalb auch eine leckere Salatgrundlage. Als Tee kann es bei leichten Depressionen, Durchfall, oder innerer Unruhe, sanft die Heilung unterstützen. Es wirkt harntreibend und kann damit die Genesung von Niere und Blase unterstützen.

 

Das Wiesenlabkraut hilft bei innerer Unruhe

 

So bewahrst du deine Kräuter auf

Die gesammelten, frischen Kräuter lassen sich für einige Tage in gut verschliessbaren Behältern im Kühlschrank aufbewahren. So hast Du mehrere Tage Nachschub für Salate oder Smoothies. Alternativ lassen sie sich im Schatten, gebündelt und kopfüber aufgehängt, trocknen. Wer ein Dörrgerät besitzt, kann die Pflanzen auch damit haltbar machen, indem er sie schonend unter 42°C trocknet. Getrocknete Kräuter kannst Du im Mörser zerstampfen und anschliessend weiterverarbeiten oder für einen Tee nutzen.

Much love,

 

Nicole

 

Warst du schon mal Wildkräuter sammeln? Greifst du lieber zu herkömmlicher Medizin? Sag uns deine Meinung in den Kommentaren! 

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