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Brot - welche Sorten sind rein pflanzlich?

Wenn es ums Brot geht, gehen die Geschmäcker weit auseinander. Während die Einen ein fluffiges Tessinerbrot lieben, mögen die Anderen vielleicht lieber den rustikalen, klassischen Sauerteig oder ein leckeres Ruchbrot. In einem sind sich jedoch alle einig: lecker und knusprig soll ein gutes Brot sein.

Frisches Brot erweckt bei mir wohlige Kindheitserinnerungen. Ich habe es schon als Kind geliebt. Allein schon der Duft von frisch gebackenem Brot liess mir das Wasser im Mund zusammenlaufen. Wenn meine Mutter vom Einkaufen zurückkam, packte ich das frische, noch warme Brot aus und schnitt mir das Randstück ab, damit ich genussvoll reinbeissen konnte. Es brauchte auch keinen Aufstrich, um mich glücklich zu machen. Es schmeckte frisch und pur am besten. Daran habe ich für mich immer die Qualität eines Brotes ausgemacht: Am Geschmack.

Ist Brot rein pflanzlich?

Obwohl das Grundrezept für ein ganz einfaches Hefebrot vegan ist - Mehl, Wasser, Hefe und Salz - enthalten viele Brote und Brötchen heute leider auch Zusatzstoffe und Tierprodukte. Besonders in Bio-Broten werden oft Tierprodukte verarbeitet. Zum Ausbacken auf Formen und Blechen wird gerne billiges Schweineschmalz oder ein anderes, tierisches Fett genutzt, das nicht vegetarisch ist. Besonders kleinere Bäckereien greifen aus Kostengründen auf die günstigen Backfette zurück. Aber auch im Bio-Bereich finden diese tierische Fette Verwendung.

Ist Hefe vegan?

Ja, Hefe ist vegan. Genau genommen ist Hefe ein Mikroorganismus. Mikroorganismen (beispielsweise auch Bakterien, Schimmel und Viren) sind ein- oder mehrzellige Kleinstlebewesen, die nicht zum Tierreich gehören und im Gegensatz zu Wirbeltieren auch kein zentrales Nervensystem besitzen.

Wenn man Hefe kultiviert, werden der Nährlösung noch weitere Stoffe zugefügt, wie zum Beispiel Vitamine. Jeder Produzent hat sein eigenes Verfahren der Herstellung, aber diese Zusatzstoffe werden ebenfalls in der Regel vegan erzeugt. Eine absolut zuverlässige Angabe kann jedoch nur der Produzent selber machen – im Zweifelsfalle empfiehlt sich eine direkte Anfrage.

Der Grossteil an Backhefe ist nicht nur vegan, sondern auch glutenfrei, weil sie auf Basis von Melasse kultiviert wird. Allerdings nutzen einige Bio-Produzenten Getreide als Nährmedium, wobei anschließend Spuren von Gluten enthalten bleiben können. Auch hier gilt: im Zweifelsfall den Hersteller direkt anfragen.

Und was ist mit Milchsäure?

Im Sauerteig für das klassische Sauerteigbrot sorgen Milchsäurebakterien und Hefen zusammen dafür, dass der Teig aufgeht. Milchsäurebakterien haben allerdings mit Kuhmilch nicht zwingend etwas zu tun. Ihr Name stammt lediglich daher, dass sie erstmals in Kuhmilch nachgewiesen wurden. Milchsäure als Zusatzstoff, wird heute fast ausschliesslich aus pflanzlichen Rohstoffen gewonnen und ist somit vegan und gut für eine pflanzliche Ernährung geeignet.

Darum werden noch immer tierische Inhaltsstoffe verwendet

In der Brot- und Brötchenindustrie werden den Backwaren häufig Zusatzstoffe, wie beispielsweise Mehlbehandlungsmittel oder Enzyme zugesetzt. Das Mehlbehandlungsmittel Cystein beispielsweise, ist eine Aminosäure und sorgt dafür, dass der Teig nicht verklebt. Häufig wird die Basis eines Brotes zusätzlich mit Schweineschmalz, Quark, Kuhmilch, Butter oder Eiern ergänzt, um eine besondere Brotsorte herzustellen.

Hier gibt es pflanzliches Brot

In der Migros sind ganz viele Brote vegan. Beispielsweise alle Steinofenbrote sind vegan. Genauso wie das Halbweissbrot, Weissbrot oder Ruchbrot. Und auch das Laugen Tessinerbrot kann man bedenkenlos kaufen. Die Zutatenliste auf der Rückseite eines jeden Brotes gibt uns die Sicherheit, die wir beim Einkaufen brauchen. Nicht zu vergessen sind die leckeren Brotbackmischungen von DANKEBITTE, die rein pflanzlich und oft auch glutenfrei sind. Schlussendlich kann man auch einfach den Beck um die Ecke direkt fragen, was er im Angebot hat.

Brot
Nicht jedes Brot besteht auf rein pflanzlichen Inhaltsstoffen

 

Müssen tierische Inhaltsstoffe deklariert werden?

Hier lautet die Antwort ganz klar: Es kommt drauf an.

  • Backfett aus beispielsweise Schweineschmalz oder anderem tierischen Fett muss nicht deklariert werden.
  • Cystein muss auf dem fertigen Produkt ebenfalls nicht deklariert werden, da es vor dem Gesetz eigentlich gar kein Zusatzstoff ist. Es wird oft aus tierischen Haaren, Borsten und Federn gewonnen und ist damit nicht vegan. Allerdings ist eine biotechnische Erzeugung von Cystein mittlerweile möglich.
  • Beispielsweise Schweineschmalz, Kuhmilch, Quark, Butter oder Eier müssen deklariert werden.

Generell muss sich jeder Hersteller an die Verordnung des EDI über die Kennzeichnung und Anpreisung von Lebensmitteln halten und seine Produkte und deren Zutaten dementsprechend deklarieren.

Oft nutzen Bäckereien heute Backmischungen mit zahlreichen Zusatzstoffen. Die Herkunft aller Zusatzstoffe ist durch die lange Produktionskette nur schwer zu rekonstruieren. Um sicher zu gehen, hilft wirklich nur eine Anfrage beim Lieblingsbäcker oder beim Hersteller.

Fazit

Wer absolut auf Nummer sicher gehen will, kauft ausschliesslich Brote, die mit dem internationalen Vegan-Label geschmückt sind. Immer mehr vegane Produkte werden mit diesem Label gekennzeichnet. Und mit der Zeit lernen wir natürlich auch unsere Lieblingsprodukte kennen, die wir regelmässig kaufen. Wir sind auf einem guten Weg. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Much love,
Nicole


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