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Glutenfrei, raw und pflanzlich - die besonderen Kuchenkreationen von LoLa's Vegan Kitchen

Wie verdammt lecker Kuchen auch ohne tierische Zutaten, raffinierten Zucker und Gluten sein kann, beweist Alina Russ, Gründerin des Zürcher Startups Lola’s Vegan Kitchen, mit ihren Kuchenkreationen. Jeder einzelne Bissen ist ein Genuss - ganz ohne schlechtes Gewissen, dafür mit viel Geschmack. Alinas aussergewöhnliche Treats wie “Matcha Green Tea Cheesecake”, “Chocolate Salted Caramel Cheesecake” oder der “Vegan Snickers Cake” tun dir und Mutter Erde etwas Gutes. Wir haben sie an ihrem Stand beim Zürcher Weihnachtsdorf zum Interview getroffen.

Hi Alina, bitte stell dich uns kurz vor. Wer bist du und was machst du?

Ich bin Alina, die Gründerin von LoLa’s Kitchen und bin 33 Jahre alt. Geboren bin ich in Deutschland und wohne seit acht Jahren in Zürich.

Was ist dein beruflicher Background?

Ursprünglich komme ich aus der Hotelindustrie. Gelernt habe ich Restaurantfachfrau mit Zusatzausbildung Koch. Über 12 Jahre war ich für grosse Hotelketten, unter anderem auch auf globaler Ebene, für das Marketing zuständig.

Du ernährst dich rein pflanzlich. Wie bist du zu diesem Lebensstil gekommen?

Ich vertrage keine Laktose und bekam immer mehr Probleme mit Gluten. Es war schwierig, mich zu ernähren. Deshalb habe ich angefangen, meine eigenen Kreationen herzustellen, weil es immer noch nicht einfach ist, auf dem Zürcher Markt gute Desserts zu finden. Da ich selbst stark darauf achte, wie ich mich ernähre und ein grosser Tierfreund bin, habe ich einfach beides kombiniert - daraus ist dann die Idee zu LoLa’s Kitchen entstanden.

Deine Kuchenkreationen sind etwas Besonderes. Was unterscheidet deine Kuchen vom konventionellen Angebot?

Meine Kuchen sind vegan, glutenfrei, frei von Kristallzucker und viele Sorten sind sogar “raw”, also nicht gebacken. Man kann sich meine Kreationen sogar direkt liefern lassen - nach Hause oder auch ins Büro. Da steckt auch kein Lieferservice dahinter, das mache ich selbst.

Wie stellst du deine leckeren Desserts her?

Die Kuchen werden alle hausgemacht. Wir machen sogar die Erdnussbutter, das Karamell und jeden einzelnen “Layer” von Hand selbst. Sie kommen nach der Herstellung nicht in den Backofen, sondern werden eingefroren , damit die richtige Konsistenz erreicht wird. Dadurch sind sie sogar bis zu einem Jahr haltbar.

Wie hat LoLa’s Kitchen angefangen?

Mein Start-up startete mit null Kapital. Ich entschied mich für Instagram, weil ich selber ziemlich angefressen davon bin. Das ist ein tolles Medium für alle Food-Themen, man kann sich dort gut präsentieren. Gerade in unserer Generation kann man so viele Leute online mit coolen Produkten erreichen.

Damit mein Produkt aber auch wirklich greifbar ist und nicht nur über den Web-Shop bestellt werden kann, war ich dieses Jahr vermehrt an Veranstaltungen wie der Vegana präsent oder habe Pop-up-Shops organisiert. Unter anderem im Shoppi Tivoli, den Google-Headquarters und auch hier im Zürcher Weihnachtsdorf.

Was war deine Motivation, dich selbstständig zu machen?

Die Nachfrage. Ich musste mich einfach entscheiden: Entweder mache ich das voll und ganz und gebe der Idee meine gesamte Aufmerksamkeit oder ich bleibe in meinem alten Job. Das war eine harte Entscheidung. Ich verbringe als Selbstständige viel Zeit alleine, weil ich mich stark fokussieren und diszipliniert sein muss. Deshalb habe ich nicht mehr viele Leute um mich herum. Daher bin ich sehr dankbar, dass mich viele Freunde und meine Instagram-Crowd immer unterstützen und oft auch besuchen.

Welche beruflichen Hürden musstest du mit LoLa’s Kitchen bisher bewältigen?

Als mein erster Kuchen geliefert wurde, hatte ich keinen Karton (lacht). Ausserdem musste ich herausfinden, welche Lieferanten für mich geeignet sind, weil meine verarbeiteten Produkte Bio, Fairtrade, saisonal und regional sind. Logistik ist eine riesengrosse Herausforderung. Eine geeignete Produktionsküche zu finden war auch knifflig. Jetzt produziere ich in der Binz in der Shared Kitchen. Mittlerweile ist das aber schon zu klein, weil ich viel Lagerplatz brauche.

Erfüllt dich dein Job?

Durch meinen Job werde ich automatisch in so vielen Bereichen ausgebildet: Ich bin HR-Person, Anwältin, Praktikantin beim Verpacken, verkaufe und produziere die Ware. Ich mache einfach alles und das finde ich richtig cool. Ich bin noch nie so gewachsen wie in diesem Jahr! Auch wenn ich nicht viel Geld habe, spüre ich etwas Grossartiges in mir, das vorher nicht da war.

Wie wichtig ist dir das Thema Nachhaltigkeit? Wie lebst du sie privat und beruflich?

Für meine Dekoration an Veranstaltungen benutze ich Blumen von BLOEM. Die Blumen, die sie nicht verwendet, nutze ich für meine Kuchen. So müssen sie nicht weggeworfen werden. Die Kuchen und Reste, die manchmal übrig bleiben, spende ich. Privat kaufe ich kaum neue Klamotten, bin jedes halbe Jahr auf dem Flohmarkt, um dort überflüssige Kleidung zu verkaufen. Das ist mir extrem wichtig. Oft kaufe ich mein Essen in der Ässbar.

Welchen Tipp würdest du anderen GründerInnen geben, die sich ebenfalls im nachhaltigen Bereich selbstständig machen wollen?

Es braucht keinen perfekten Businessplan, um zu starten. Mein Tipp, den ich für mich herausgefunden habe, ist, bei mir und meinem Produkt zu bleiben. Mich auf das zu fokussieren, was ich mache und mich nicht von aussen beeinflussen zu lassen. Ich versuche zu verstehen, was mein Kunde möchte und mein Produkt dahingehend zu entwickeln, damit es den Ansprüchen meiner Kundschaft entspricht. Frei nach dem Motto: “I don’t care what’s around me”.

Ich wusste, um selbstständig zu sein - den Tipp habe ich von meinen Eltern - muss man einfach ein Risiko eingehen und starten. Ich versuche mich an diesem Wagnis. Als ich mit 16 Jahren meine Ausbildung in der Gastronomie begann, wusste ich, dass ich einmal mein eigenes Cafe haben will. Jetzt habe ich diese Chance bekommen. Entweder man nimmt solche Möglichkeiten wahr oder eben nicht.

 Welche Zukunftspläne hast du für LoLa’s Kitchen?

Für LoLa ist mein grösstes Ziel, einen Flagship-Store mit Produktionsküche auf den Markt zu bringen. Ab 2019 werden unsere Kreationen auch in gewissen Restaurants zu kaufen sein. Wo, darf ich aber noch nicht verraten.

Danke für das tolle und inspirierende Gespräch, Alina! Wir wünschen dir und LoLa’s Kitchen alles Gute und viel Erfolg!

 

Wenn du nun Lust auf Alinas Kreationen bekommen hast, schau mal auf Instagram oder in ihrem Shop vorbei. Du kennst LoLa’s Kitchen bereits? Verrate uns in den Kommentaren, welchen Kuchen du am liebsten isst.


Bleibe up to date über LoLa’s Kitchen und folge Alina auf Instagram und Facebook.


Interview: Allegra Wolff

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