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Lebensmittelrettung ist keine Hexerei - FOODOO

Ob Too Good To Go, die Äss-Bar oder UglyFruits: In der Schweiz gibt es mittlerweile einige tolle Unternehmen, die mit ihren innovativen Konzepten gegen die allgegenwärtige Lebensmittelverschwendung ankämpfen. So auch FOODOO, die an ihren “Factory Events” überschüssiges und ausrangiertes Gemüse zu Bouillon verarbeiten. Wer und was sich hinter dem spannenden und nachhaltigen Brand versteckt, erzählt uns Mitbegründer Pierre-Yves Bernasconi im Interview.

Bitte stell’ dich vor und verrate uns, woher du kommst und was du machst.
Mein Name ist Bernasconi Pierre-Yves. Ich komme aus Bern. Bei FOODOO bin ich zuständig für den Verkauf, die Administration, den Einkauf und die Unterstützung des Geschäftsführers. Ausserdem gehört mir ein Teil von FOODOO.

Was ist dein beruflicher Background, was hast du vor deiner Selbstständigkeit gemacht?
Ich komme aus dem Detailhandel und war über acht Jahre Geschäftsführer diverser Möbelhäuser. Ich habe die höhere Fachprüfung mit eidgenössischem Fachausweis zum Detailhandelsökonomen absolviert.

Wann und warum kam das “Aha-Erlebnis”, um FOODOO zu gründen?
Das hat sich durch die Selbstständigkeit mit Mein Küchenchef entwickelt, wo wir bereits sehr viel gegen die Lebensmittelverschwendung tun. Wir realisierten, dass es etwas Grösseres braucht, um die Massen an Foodwaste verarbeiten zu können. So entstand FOODOO.

Was steckt hinter dem Namen FOODOO?
Unser Hauptziel ist die Verminderung der Lebensmittelverschwendung. Wir organisieren öffentliche Events, an denen wir, gemeinsam mit freiwilligen Helfern,  Lebensmittelüberschüsse verarbeiten. Jeder Helfer bekommt eine Bouillon als Dank mit nach Hause. Pro Kilo verkaufter Bouillon spenden wir einen Franken an andere nachhaltige Projekte, die sich ebenfalls gegen Foodwaste einsetzen.

Welche Stolpersteine lagen auf dem Weg zu eurem Erfolg?
Am Anfang muss man eine Menge Arbeit reinstecken - ohne Entlöhnung. Mirko Buri, der FOODOO-Gründer, betrieb viel Aufwand beim Vorbereiten der Dokumente für die Lebensmittelkontrolle an unseren Factory-Events. Nun können wir mit Stolz sagen, dass wir die Einzigen sind, die so einen Event unter Einhaltung aller nötigen Richtlinien durchführen können.

Wie gross ist euer Team heute und was motiviert euch täglich?
Zurzeit sind wir vier Teilinhaber, die alle einem Vollzeitjob neben FOODOO nachgehen. Die Motivation für mich ist, Teil eines einzigartigen Projekts zu sein, welches es bis jetzt noch nicht gab und das sich gleichzeitig einem gesellschaftlichen Problem annimmt.

Was ist das Besondere an eurer Gemüsebouillon?
Wir verwenden nur Schweizer Gemüse aus Überproduktion oder unkalibrierte Ware. Der Anteil an Gemüse beträgt 70% - was sehr hoch ist gegenüber anderen Produkten. Unsere Bouillon enthält kein Gluten, Sellerie, Palmfett, Glutamat oder Zucker. Wir verwerten viel Bio-Gemüse. Bio ist aber kein Muss. Lieber nutzen wir Überschüsse aus der Region anstatt nur auf Bio zu setzen.

Bitte erzähl uns mehr über eure FOODOO Factory Events.
Wir veranstalten Events, an denen jeder und jede mithelfen kann, um etwas gegen die Lebensmittelverschwendung zu unternehmen. Die Factory Events sensibilisieren und geben Gesprächsstoff. Der Effekt ist langfristig: Wir hoffen, dass die Leute so durch die positive Erinnerung ans Event auch Zuhause etwas gegen Foodwaste unternehmen.

Wie wichtig ist euch das Thema Nachhaltigkeit? Wie lebt ihr sie beruflich und privat? 
Für mich ist Nachhaltigkeit wichtig. Durch meine Tätigkeit bei FOODOO und Mein-Küchenchef nimmt diese Sensibilisierung noch zu, denn wir werden immer wieder mit Unmengen an Überschüssen konfrontiert. Wir bekommen zudem mit, was im Ausland passiert. Das ist teilweise sehr heftig. Wir können so nicht weiter verfahren mit unserem Planeten. Die verschwendeten Ressourcen sind immens - der negative Impact auf unsere Umwelt ist beschämend.

Was sollte jemand beim Einkaufen beachten, damit er keinen Food-Waste produziert? 
Um nachhaltiger leben zu wollen, muss man zum Teil über seine Komfortzone hinaus gehen. Man sollte nicht nur den Labels vertrauen, sondern sich selbst informieren. Wer nachhaltiger leben möchte, findet Lösungen.

Beim Einkaufen sollte man sich eine Einkaufsliste schreiben. Ich schreibe mir zudem  immer noch auf, was ich noch im Kühlschrank habe. So falle ich weniger in Versuchung, zu viel zu kaufen. Tendenziell hat man immer Angst davor, zu wenig zu haben. Ich denke jedoch, weniger ist mehr. Hungrig einkaufen gehen ist gefährlich - da kauft man oft mehr ein als nötig.

Was ist für FOODOO in Zukunft noch geplant?
In Zukunft möchten wir weitere Produkte entwickeln. Zurzeit sind wir dabei neue Saucen zu testen, die vor allem aus überschüssigen Karotten hergestellt werden. Da könnt ihr euch auf etwas freuen.

Vielen Dank für das Interview! Wir sind schon auf die weitere Produktentwicklung gespannt. 

 

Hast du bereits an einem Factory Event von FOODOO teilgenommen oder die Bouillon gekauft? Sag es uns in den Kommentaren!

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