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Müllfrei leben: Der Zero-Waste-Lifestyle

Im Badezimmer, beim Kochen, unterwegs und besonders beim Einkaufen: In jedem Bereich unseres Lebens produzieren wir bergeweise Abfall. In der Schweiz werden pro Kopf jährlich etwa 117 Kilogramm geniessbare Lebensmittel weggeworfen. Hinzu kommen 125 Kilogramm an Plastikmüll, ein Drittel davon sind Verpackungskunststoffe.

Krankmacher Plastik

Seit gut 100 Jahren begleitet uns der vielseitige Rohstoff nun und ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Medikamente werden in Blister-Hüllen verkauft, in unserem Duschpeeling finden sich kleinste Mikro-Plastikkugeln und selbst Bio-Gemüse liegt oft in Folie eingeschweisst im Regal. Plastik ist überall. Doch der Kunststoff ist nicht unbedenklich:

Viele Kunststoffprodukte wie Babyfläschchen, Folien, Plastikschüsseln, Konservendosen und sogar Kassenbons enthalten den Grundstoff Bisphenol A, auch bekannt als BPA, der als Beschichtung und Hartmacher in der Plastikproduktion eingesetzt wird.

Laut dem BUND ist BPA ein „Hormongift mit fatalen Folgen“, da der Stoff bereits in kleinsten Mengen in unserem Hormonhaushalt wirkt. Bisphenol A kann sich bei Kontakt mit Lebensmitteln aus dem Produkt lösen und so zu Fortpflanzungs- und Entwicklungsstörungen, bis hin zu irreparablen Hirnschäden führen.

Plastik schadet Tier- und Umwelt

Nicht nur wir werden durch unseren Plastikkonsum krank, auch Tiere und das Ökosystem leiden darunter. Recycling-Systeme weltweit geben ihr Bestes, um den produzierten Müll zu säubern, aufzuarbeiten und wiederzuverwerten. Trotzdem landen etliche Tonnen an Plastik nicht in Recyclinganlagen, sondern letzten Endes im Meer. Oftmals gelangt der Plastikabfall in den Nordpazifikwirbel, der den passenden Namen “Great Pacific Garbage Patch” trägt.

Die im Meer treibenden Plastikteilchen werden durch die ständige UV-Bestrahlung brüchig und zerkleinern sich im Laufe der Zeit. Viele Meeresbewohner verwechseln die Teilchen mit Nahrung, schlucken diese und verhungern später, weil ihr mit Müll gefüllter Magen keine Nahrung mehr aufnehmen kann. Fische, Seehunde und Delfine verheddern sich in verloren gegangenen Fischernetzen oder grossen Plastikteilen und ersticken.

Du kannst den Müll aus deinem Leben verbannen

Das alles ist erschreckend und furchtbar. Das empfanden wohl auch Bea Johnson und Lauren Singer so, zwei Vorreiterinnen der Zero-Waste-Bewegung. Bei diesem Lebensstil geht es vor allem darum, den eigenen Konsum kritisch zu hinterfragen und sich des eigenen Konsumverhaltens bewusst zu werden, um reduzierter, gezielter und nachhaltiger zu konsumieren.

Die beiden Zero-Waste-Ikonen können ihre Abfälle in wenige Einmachgläser füllen – und das schon seit Jahren. Sie haben durch ihren Lebensstil an Zeit und Geld gewonnen, ernähren sich bewusster und führen ein viel nachhaltigeres Leben. Mit wenigen Umstellungen kann Jede und Jeder plastikfrei leben oder zumindest den eigenen Müll um ein vielfaches reduzieren. Du möchtest wissen, wie das geht? Hier sind 10 Tipps, für einen schnellen und einfachen Einstieg:

10 Tipps für deinen Einstieg in den Zero-Waste-Lifestyle

1. Lass die Plastiktüte liegen
Entscheide dich an der Kasse lieber für die Stoffvariante, oder noch besser – nimm einfach gleich deinen eigenen Jutebeutel mit.

2. Auf Plastikverpackungen verzichten
Viele Lebensmittel lassen sich in Glas oder Papier verpackt kaufen. In einigen Supermärkten gibt es sogar Stationen, welche es dir ermöglichen, lose Lebensmittel in mitgebrachte Behälter zu füllen. Das Angebot reicht von Nudeln über Nüsse bis hin zu Olivenöl. Oder besuche doch mal einen “Unverpackt-Laden”: Diese Supermärkte, die ihr Angebot komplett ohne Verpackungen verkaufen, gibt es in vielen grösseren Schweizer Städten!

3. Stichwort: Behälter
Investiere in langlebige Metalldosen und stabile Einmachgläser. Sie sind schön anzuschauen und sehr praktisch, weil sich Lebensmittel darin lagern lassen und du sogar dein Mittagessen darin mitnehmen kannst.

4. Putze deine Beisserchen mit Bambus
Sehr effektiv und ausserdem nachhaltig sind die Holz-Zahnbürsten aus Bambus, da sie nach ihrem Ableben einfach auf dem Kompost entsorgt werden.

5. Kompostiere deine Essensreste
Vielleicht hast du einen Garten, das ist die einfachste Option. Du kannst dir aber auch eine Biotonne für dich und deine Nachbarn bestellen, die mit der Grünabfuhr entsorgt wird. Oder du kaufst dir einen kleinen, geruchsneutralen Küchenkomposter.

6. Kaufe Gemüse, Obst und Brot auf dem Wochenmarkt
Du unterstützt damit regionale Kleinbetriebe, die Produkte sind meistens biologisch erzeugt und saisonal. Jutebeutel nicht vergessen!

7. Mach deine Kosmetikprodukte selbst
Oft wissen wir sowieso nicht, welche möglichen Schadstoffe sich in Mascara, Puder und Lippenstiften verbergen. Do-it-Yourself-Anleitungen findest du im Internet und bei YouTube.

8. Wasche dich mit Seife
Oma hatte wohl doch Recht. Spezielle Haarseife reinigt Haare und Kopfhaut genauso gründlich wie herkömmliches Shampoo – dafür ganz ohne Chemikalien. Die Seife von Savion hat eine grosse Auswahl, ist tierversuchsfrei, fast komplett vegan und kommt ohne Verpackung daher. Auch Lush bietet ein grosses Angebot an verpackungsfreien Seifen und Shampoos an. Yay!

9. Stelle deine Reinigungsprodukte selbst her
Waschnüsse eignen sich durch das enthaltene Saponin, welches Fett und Flecken entfernt und die Kleidung schön weich macht, hervorragend für Schmutzwäsche. Reinigungsmittel für Küche und Bad lassen sich aus Haushaltsmitteln wie Essig, Zitronenschalen, Natron und Kernseife herstellen.

10. Mal wieder nicht sicher, was du anziehen sollst?
Bevor der Kaufrausch mit dir durchgeht, halte kurz inne und überlege, was dir wirklich an Kleidung fehlt. Oft haben wir mehr als genug im Schrank und sind bloss von unseren Kombinationen gelangweilt. Solltest du wirklich ein neues Teil brauchen, schau dich auf Online-Tauschbörsen oder Flohmärkten um oder kauf in einem Second-Hand Shop ein.

Etliche Tonnen an Plastikmüll landen nicht in Recyclinganlagen, sondern im Meer


Wahrscheinlich raucht dein Kopf schon ein bisschen. Veränderung braucht Elan. Vielleicht ist der Zero-Waste-Lebensstil zu Anfang eine Herausforderung, doch die neue Lebensweise kann dir viel zurückgeben und macht auf Dauer zufriedener.

Um das grosse Ganze noch ein bisschen besser verstehen zu können, klicke dich durch die folgenden Links.

Dokumentationen zum Thema:

"Plastic Planet"

"Plastic Paradise"

 

 

Was denkst du über Zero Waste? Versuchst du bereits, Plastik zu vermeiden? Sag es uns in den Kommentaren und gib deinen Vote ab!

 

Autorin: Allegra Wolff

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