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Tipps von Coach Nicole für Gesundheit und Ernährung

Der Alltag hat dich voll im Griff. Du wirst krank und brauchst Medizin. Auf zur Apotheke und rein mit der Pille. Schnell geht es, doch auch wenn es hilft, tut die Chemie deiner Gesundheit wahrscheinlich nicht nur Gutes. Oft helfen einfache Hausmittel. Hinzu kommt, dass diese das Portemonnaie fröhlich stimmen. Was Oma noch wusste, davon kann Nicole Gripp, unser Gesundheits- und Ernährungs-Coach, ein Liedchen singen. “the vegan coach” ist überzeugt von ihrem Rohkost-Lifestyle und erzählt uns ihre Geschichte.

„Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir wünschst für diese Welt.“ *Mahatma Gandhi

Es gibt immer ein Vorher und ein Nachher

Wenn mein früheres Leben vor meinem inneren Auge auftaucht, erschrecke ich mich manchmal regelrecht. Ich erkenne mein heutiges Ich darin nicht wieder. Ich bin, wie in meiner Generation üblich, mit einer omnivoren Ernährungsweise aufgewachsen. Um meine Einstellung und Umstellung zum veganen Lifestyle zu verstehen, erzähle ich von meinen Erfahrungen vor der Abzweigung auf den Pflanzenweg.

Die Macht der Gewohnheit

In meiner Kindheit war fast alles, was am Baum oder Strauch wuchs, natürlicherweise bio. Die Kirschen, die ich im Garten in den Mund pflückte, haben noch wie solche geschmeckt. Über Pestizide und Co. dachte damals niemand wirklich nach. Meine Eltern ernährten mich sehr bewusst mit viel frischem Obst und Gemüse. Freitag war Fischtag. Es gab einmal, selten zwei Mal pro Woche Fleisch und am Wochenende kam der obligatorische Sonntagsbraten auf die Tafel. Auch ein Dessert wie Kuchen mit Sahne oder Milchpudding entstand am Ruhetag ebenfalls in Handarbeit. Ich hatte eine wundervolle, sorglose Kindheit und werde meinen Eltern dafür ein Leben lang von Herzen dankbar sein.

Als mein Sohn 2001 auf die Welt kam, ernährte ich ihn so, wie ich es von daheim gewohnt war. Er erhielt eine ausgewogene und bewusste, omnivore Ernährung mit viel Frischem von Baum und Feld. Doch etwas war nicht im Gleichgewicht. Genau wie ich in meiner Kindheit, war mein Sohn viel zu oft krank.

Krank: Die lange Liste der Befunde

Im Alter von drei Jahren verbrachte mein Kind fünf Tage im Krankenhaus aufgrund einer Lungenentzündung. Zwei Jahre später folgte der nächste, stationäre Aufenthalt aus demselben Grund. Weitergeschrieben wurde seine Krankheitsgeschichte von zwei Scharlachausbrüchen, einigen Mandelentzündungen, den Windpocken, mehrmals jährlich wiederkehrenden Bronchialinfekten und einigen Magen-Darm-Grippen. Sogar die Schweinegrippe erwischte ihn.

In der Hoffnung, eine Luftveränderung würde meinem damals achtjährigen Sohn gut bekommen, zog ich 2009 von Frankfurt an den Zürichsee. Ich lag jedoch falsch. Mit 12 Jahren diagnostizierten die Ärzte Asthma. Mein Kind inhalierte von nun an morgens und abends kortisonhaltiges Spray. Zu dieser Diagnose gesellte sich eine Allergie gegen Gräser und Pollen.

Challenge accepted!

Eines Abends beim “Znacht” warf mein 13-jähriger Sohn den Vorschlag zu einer Challenge auf: „Mama, lass uns mal vier Wochen vegan leben. Ich will das ausprobieren.“ Ich verschluckte mich fast vor Schreck. „Vegan? Nein, das machen wir sicher nicht. Wie kommst Du denn bitte auf die Idee?“ Er erklärte, dass er keinem Tier mehr Leid zufügen wollte und dass man problemlos ohne tierische Produkte überleben könne.

Und dann grinste er mich charmant und herausfordernd an: „Du willst das nur nicht mitmachen, weil Du nichts über pflanzliche Ernährung weisst.“ Das wollte ich natürlich nicht auf mir sitzen lassen. Challenge accepted!

Am Fuss des Berges

Der Anfang war echt hart. Ich will da nichts beschönigen. Ich kämpfte mich täglich durch den schweizer Lebensmitteldschungel und verbrachte Stunden beim Einkaufen mit dem Lesen von Zutatenlisten auf der Rückseite der Produkte. Es war ein langer, mühsamer Weg durch das Angebot von Onlineshops, Bioläden, Grossisten und Bauern.

Ich verbrachte während Wochen viel Zeit mit dem Einlesen. An meinem PC waren dutzende Tabs zum Thema “plant-based” offen und neben meinem Bett lagen entsprechende Zeitschriften und Bücher. Hochmotiviert schrieb ich alte Lieblingsrezepte auf vegan um. Diese wurden dann getestet und für gleichwertig lecker oder sogar als noch schmackhafter befunden. Uns offenbarte sich plötzlich eine völlig neue Welt. Wir entdeckten mit Freude die unzählige Möglichkeiten der pflanzlichen Küche. Es gibt eine riesige Fülle an Gerichten. Wahnsinn!

Die totale Überzeugung

Ich sah mir so ziemlich alle nennenswerten Dokumentationen an, die das Thema vegan behandeln. Mit „Earthlings“ fing ich an und nach der Hälfte began ich, hemmungslos zu weinen und konnte bis zum Ende nicht aufhören. Zu gross war das Leid, welches wir den Tieren dieser Erde antun. Mein Herz blutete und mir war klar: Ich gehe nicht mehr zur omnivoren Ernährung zurück. Ich bleibe vegan.

Dass dies der Beginn einer wunderbaren Reise in ein bewusstes Leben war, ahnte ich damals noch nicht. Und mein Sohn? Die Challenge war rückblickend nur für mich alleine gedacht. Er war sich von Anfang an sicher, dass er ohne tierische Nahrungsmittel leben will. Ich bin so stolz auf ihn und unendlich dankbar, dass er mich in diese Richtung lenkte.

Der Wow-Effekt

Unsere Reise zur wortwörtlichen Heilung begann. Ärzte rieten uns voller Unwissen von der veganen Ernährung ab. Immer wieder wurde ich gefragt, woher ich Proteine, Vitamine und Mineralien in ausreichender Menge beziehe.

Ein Vorurteil jagte das Nächste. Manchmal wurden wir sogar belächelt und wir konnten förmlich fühlen, wie wir in die Öko-Schublade gesteckt wurden. Aber das konnte uns nicht stoppen. Die Vorteile überwogen in allem und wir sind äusserst glücklich, gesund und vital.

Massgeblich sind die Veränderungen der Gesundheit von uns beiden:

  • Das Asthma meines Sohnes ist kaum noch vorhanden
  • Ich bin meine Akne los
  • Meine Neurodermitis ist verschwunden
  • Unsere Leistungsfähigkeit hat sich verbessert
  • Wir sind weniger müde
  • Erkältungen kommen kaum noch vor
  • Der Verstand ist klarer und wacher
  • Die Blutwerte sind top

Zeit für "the vegan coach“

Ich wollte mein Wissen mit anderen Menschen teilen. Die Idee zum vegan Coach war geboren. Ich komme eigentlich aus dem kaufmännischen Bereich, entschloss mich aber nochmal zu studieren, nachdem ich meinen kompletten Lifestyle umschmiss. Ich hörte auf zu rauchen, entsagte komplett dem Alkohol und schloss erfolgreich eine staatlich geprüfte und anerkannte Ausbildung zur ganzheitlichen Ernährungsberaterin an der Academy of Sports in Deutschland ab. Mir war wichtig, den Nutzen und den Prozess eines jeden Nahrungsmittels im Körper zu verstehen. Anschliessend absolvierte ich den Fachberater für vegetarische und vegane Ernährung am gleichen Institut.

Mein Wissen im World Wide Web

Als Online-Coach für plant-based Ernährung und Lifestyle wurde ich im Netz bekannt als „the vegan coach“. Viele Menschen lassen sich jeden Tag auf meinen Social Media Kanälen von mir zu den Themen pflanzliche Ernährung, vegane Rohkost und Heilung inspirieren. Neben Instagram bin ich auf Facebook vertreten, wo ich eine eigene Gruppe mit mehr als 3000 Mitgliedern zum Thema vegane Ernährung leite.

2017 brachte ich meinen ersten eigenen Online-Kurs „Einfach vegan“ heraus, der Antworten auf die typischen Fragen liefert, die zu Beginn einer veganen Ernährung auftauchen. Mittlerweile wird dieser Kurs auch auf der Onlineplattform der Fachhochschule Lübeck angeboten, was mich sehr freut. Ich sehe tagtäglich, dass ein hoher Bedarf an Aufklärung besteht und ich freue mich riesig, meinen Teil zu einer bewussteren Gesellschaft beizusteuern.

Den Faden weiterspinnen

Das „Experiment Vegan“ liegt einige Jahre zurück und wurde zu einem Lifestyle, welcher über die Essgewohnheiten hinausgeht. Ich denke, die persönliche Form der Ernährung zu finden ist ein Prozess und ständig im Fluss.

Ich strebe intuitiv nach dem Optimum für meinen Körper. Im Januar 2017, stellte ich nach einer Saftfasten-Kur auf „rohvegan“ um. Alles in mir verlangte danach. Ich ernähre mich also seit mehr als 18 Monaten nun zu 95% von rohen Lebensmitteln und das auf völlig undogmatische Weise.

Ich freue mich sehr darauf, ein Teil dieser Community sein zu dürfen und euch auf eurem persönlichen Weg zu unterstützen. Ihr dürft von mir jede Menge Inspiration, Gesundheitstipps, und Wissenswertes rund um die pflanzliche Kost erwarten.

Much love, Nicole

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