Bei Veenity dabei seit November 2018

UNMEAT Ambassador Stefan Loosli über Vorurteile

Warum tun es sich Menschen an, sich in eine Positionen am Rande zu begeben? Mit der Entscheidung für einen veganen Lebensstil passiert es häufig, dass ein Stempel aufgedrückt wird. Jemand, der sich pflanzlich ernährt, lernt damit umzugehen.

Stefan Loosli ist überzeugt, dass er ohne tierische Produkte den richtigen Weg eingeschlagen hat. Als Ambassador der Marke UNMEAT, dem Food Truck für rein pflanzlichen Fast Food, steht er für sein Tun ein und leistet dadurch seinen Beitrag. Auf unsere Fragen nach den Gründen für einen veganen Lebensstil gab er spannende und offene Antworten. Lies selbst!

 

“Tierschutz ist kein Anlass zur Freude, sondern eine Aufforderung,
sich zu schämen, dass wir ihn überhaupt brauchen.”

(Erich Gräßer, deutscher Theologe und Politiker, *1927)

 

Stefan, erzähle uns etwas über dich. Wie alt bist du, was machst du beruflich?
Ich bin 47 Jahre alt, wohne und arbeite als Softwareentwickler in St. Gallen. Aufgewachsen bin ich auf einem Bauernhof mit Milchwirtschaft in Waldkirch. Mein Onkel hat noch auf dem Hof geschlachtet und ich habe dabei auch geholfen. Produkte von Tieren waren das normalste der Welt und ich dachte, der Mensch brauche das für eine ausgewogene Ernährung.


Was war für dich der Trigger, der dich zum Umdenken hin zu mehr Nachhaltigkeit gebracht hat?
Im Juni 2016 habe ich den Film "Fork Over Knives” (Gabel statt Skalpell) auf Netflix angeschaut. Es hat mich zum Nachdenken gebracht, dass wir uns mit unserer "normalen" westlichen Ernährung regelrecht krankfressen. Ich habe mich bis dahin praktisch nicht mit dem Thema Veganismus auseinandergesetzt.

Wieso sind für dich Themen wie Ethik und Nachhaltigkeit wichtig?
Da wir keine tierischen Produkte brauchen, um gesund zu leben, gibt es für mich keinen ethisch vertretbaren Grund, dass wir Tiere töten und essen. Oder dass wir die Milch von Kühen, Schafen oder Ziegen, die für ihre Kinder bestimmt ist, konsumieren. Alleine der Geschmack gibt mir keinen Grund (mehr), dass dafür ein fühlendes und leidensfähiges Lebewesen – meist im Kindesalter – getötet werden muss.

Da die Ressourcen sehr beschränkt sind auf unserer Erde, ist es umso wichtiger, dass wir alle zusammen diesen Ressourcen Sorge tragen. Unser jetziges System, das auf Wachstum und Geld aufgebaut ist, fördert die Nachhaltigkeit leider nicht gerade. Aber wir als Konsumenten können das bei jedem Kauf beeinflussen, indem wir nachhaltige Produkte auswählen oder uns überlegen, ob wir etwas wirklich brauchen.

Wie gestaltest du deinen Alltag um der Welt etwas Gutes zu tun?
Natürlich lasse ich als erstes alles Tierische aus meinem Essen weg. Ich habe zwar noch alte Ledersachen oder Daunen, achte aber beim Kauf von neuen Produkten darauf, dass sie tierleidfrei sind. Es gibt zum Glück bereits sehr viele Alternativen und es werden immer mehr. Ganz nach dem Motto: ich bin nicht perfekt und hundert Prozent vegan kann niemand erreichen. Ich versuche, so viel Tierleid zu vermeiden, wie es geht.

Ich spreche auch über das Thema, obwohl ich mir damit oft keine neuen Freunde mache. Aber es geht nicht um mich, sondern um das Leid, das wir den Tieren antun.

Warum, nach deiner Meinung, sehen viele Menschen weg (oder verdrängen es), wenn es um die ökologischen Probleme geht, wie zum Beispiel den Klimawandel?
Ich glaube, wir sind einerseits so aufgewachsen und von der Werbung so getrimmt worden, dass das normal ist und wir glauben, dass wir das auch brauchen. Andererseits haben viele das Gefühl, dass man ihnen etwas wegnimmt, wenn sie auf tierische Produkte verzichten. Das dachte ich anfangs auch, aber mit der Zeit habe ich bemerkt, dass sich eine neue Welt aufgetan hat. Es gibt immerhin etwa 80'000 Pflanzen, die man essen kann. Da kann ich gut auf die wenigen tierischen Produkte wie Rind, Schwein, Huhn, Eier, Fisch und Milchprodukte verzichten.

Hat sich in den letzten Jahren etwas verändert? Gibt es heute andere Diskussionen über rein pflanzliche Ernährung als noch vor ein paar Jahren? Ist man heute weniger ein Aussenseiter?
Man ist meist immer noch der Aussenseiter, der Extreme, der Spinner, der Missionar, der Fanatiker. Aber es hat sich einiges verändert, die Nachfrage und das Angebot an veganen Produkten steigt exponentiell an. Immer mehr Firmen, darunter auch klassische Fleischhersteller, bieten bereits viele vegane Produkte an.

Du bist ein UNMEAT Ambassador. Wieso und was bedeutet für dich die Marke UNMEAT?
Dieses Jahr war ich mit meinen drei Brüdern am Rock Open-Air Greenfield. Da ich keine tierischen Produkte esse, habe ich mich informiert, was das vegane Essensangebot am Open-Air hergibt. Da habe ich von UNMEAT das erste mal gelesen und mich tierisch gefreut, dass ich nicht verhungern muss ;-). Ich war dann auch Stammgast beim UNMEAT Foodtruck und konnte sogar meinen Brüdern einen Hamburger offerieren, der ihnen sehr gut geschmeckt hat. Die Marke ist einfach cool und es ist eben fucking unbloody! Let's UNMEAT the World! I love it.

Wo siehst du den Planeten und die Menschheit in 20 Jahren?
Ich hoffe sehr, dass dann praktisch kein Fleisch mehr gegessen wird. Ich glaube, dass wir dann zurückblicken werden und uns schämen, was wir den Tieren angetan haben. Aber wir sind auch froh, dass wir keine Tiere mehr töten müssen, da es genug Alternativen wie Fleisch aus dem Labor oder vegane Produkte gibt. Wenn wir aber so weitermachen wie bisher, dann sehe ich in 20 Jahren eher eine düstere Zukunft für die nächsten Generationen.


Vielen Dank für das nette Gespräch! :-D

 
Passend zum Thema verlosen wir Kinotickets für die Vorpremiere von “The End of Meat” im Kosmos in Zürich für den Sonntag, 25. November 2018. Gewinnen kannst du noch bis am Freitag, 23.11.2018, 12.00 Uhr. Hinterlasse uns einen Kommentar unter diesem Beitrag zu der Frage: "Welchen Sonntagsplan wirfst du über den Haufen für die Vorpremiere von “The End of Meat”?

Anschliessend zum Film bietet das Programm ein veganes Mittagessen und eine Podiumsdiskussion mit Marc Pierschel (Regisseur), Danielle Cotten (Swissveg) und Christian Frei (tibits). Also los! In die Tasten hauen, dabei sein und neben dem Regisseur mit etwas Glück auch noch das Veenity-Team treffen.

Interview: Theo Favetto 

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Kommentare ( 1)

Die Burger von Unmeat sind mega!!