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Wie Brot Andreas leben veränderte

Feines Brot selber backen? Bitte! Oder besser gesagt: Dankebitte, denn die feinen Brotbackmischungen von Gründerin Andrea Hadrian sind rein pflanzlich und mit viel Liebe hergestellt. Im Interview erzählt uns die selbst gelernte Bäckerin wie sie Dankebitte gründete, mit welchen Herausforderungen sie zu kämpfen hatte und was sich in ihrem Leben durch die Gründung ihres Unternehmens verändert hat.

Andrea, woher kommst du, wo lebst du gerade und wie alt bist du?

Ich bin 38 Jahre alt, in der Stadt Jena in Thüringen geboren und dort aufgewachsen. Für mein Studium als Wirtschaftswissenschaftlerin bin ich nach Berlin gezogen, habe dort fünf Jahre gelebt und wohne seit 2005 in Köln.

Wie lange ist es her, dass du die Idee zu Dankebitte hattest?

Die Idee kam im Dezember 2013. Wir veranstalten alle paar Jahre ein “Freunde-Essen” zwischen Weihnachten und Neujahr. Wir sassen zusammen, jeder hatte etwas mitgebracht und dazu gab es ein Aufbackbaguette.

Hier in Deutschland werden nur zwei Sorten im Supermarkt angeboten: Knoblauch und Kräuter. Das hat nicht zu den restlichen raffinierten Gerichten gepasst und auch nach einer Google-Suche haben wir nichts für uns Feinschmecker gefunden. Das war der springende Funke. Nach zwei Flaschen Wein dachten wir uns “das machen wir einfach selbst.”

Habt ihr eure Idee sofort an dem Abend umgesetzt?

Nein, das nicht. Die Manufaktur ist jetzt drei Jahre alt, da lag noch viel Zeit dazwischen. Ich bin keine Bäckerin, hatte von Mehl keine Ahnung und wusste gar nicht, dass Kastanienmehl existiert. Die Idee ist erstmal gewachsen. Zeitgleich suchten wir nach einem Namen.

Ihr wart anfangs zu zweit, oder?

Ursprünglich waren wir sogar zu fünft. Drei sind dann ziemlich schnell abgesprungen. Marc und ich machen das nun alleine.

Wie steht ihr zueinander, seid ihr Partner?

Er ist der Vater meiner beiden Töchter (neun und sieben), wir sind nicht verheiratet aber wohnen zusammen - also ein bisschen langfristiger gedacht (lacht).

Brotmischung Nuss
Die Dankebitte-Mischungen lassen Allergiker-Herzen höherschlagen


Kinder haben und ein Unternehmen aufbauen - spannend! Ist das eine Herausforderung?

Vor der Gründung waren beide noch im Kindergarten. Im Jahr davor nahm die Planung auch schon viel Zeit in Anspruch. Die Kinder sind bis 15:00 oder 16:00 Uhr in der Schule, und dann gehören diese vier oder fünf Stunden bis sie ins Bett gehen ihnen. Danach setze ich mich wieder an den Computer und arbeite weiter. Ja, es ist eine Herausforderung.

Dankebitte ist ja auch auf eine gewisse Art dein “Baby”.

Ja, und es ist auch von den Lebenszyklen ziemlich identisch. Dankebitte gibt es drei Jahre und es ist nicht weniger zeitintensiv als ein Kleinkind.

Nur, dass es dich nachts nicht weckt. (lacht)

Gelegentlich lässt es mich aber auch nicht schlafen (lacht). Die Aufgabe erfüllt mich jedoch komplett. Insofern ist es zwar wahnsinnig viel und so mancher würde sich fragen, wie ich das bewältige, aber ich liebe das, was ich mache. Klar gibt es Dinge, die mich nerven, doch das erlebt man mit seinen Kindern auch.

Was hast du vor der Gründung von Dankebitte gemacht?

Ich komme aus dem Finanzbereich und hatte mich damals auf Banken und Versicherungen spezialisiert. Fünf Jahre lang arbeitete ich freiberuflich. Dann wurde ich schwanger und gönnte mir den Luxus, die ersten zwei Jahre Zuhause zu bleiben. Das war wunderschön, aber irgendwann will der Kopf wieder gefordert werden. Ich war 33 Jahre alt als die Idee zu Dankebitte in mein Leben trat und ich wusste: Das ist es!

Was inspiriert dich an deiner Arbeit?

Der direkte Kundenkontakt. Wir bekommen tägliche Anrufe von dankbaren Allergikern, weil sie wieder Brot essen können. Mein Kopf steckt voller Idee und mit meinen 120 unterschiedlichen Zutaten probiere ich gerne immer wieder Neues aus. Da ich - trotz BWL-Studium - sehr kreativ bin, kann ich das alles hier super zusammensetzen. Genau das reizt mich und macht mir Spass.

Hat sich in deinem Leben viel verändert durch Dankebitte?

Ich habe schon immer viel gearbeitet und komme aus einer Unternehmerfamilie. Was sich geändert hat, ist das Interesse der Öffentlichkeit. Zeitungen fragen mich für ein Interview an oder ich entdecke mich abgedruckt in einem bekannten Medium. Aber das ist mir nicht so wichtig, ich arbeite einfach weiter.

Wie viele Sorten bietest du momentan in deinem Sortiment an und was sind deren Besonderheiten?

Unser Sortiment umfasst ungefähr 90 Sorten. Zu Weihnachten kommen sechs neue Mischungen rein. Das Besondere sind zum einen die Zutaten, die in höchster Bio-Qualität verarbeitet werden, wir versuchen viel aus der Region zu beziehen. Wichtig war für uns, Brote und Brötchen anzubieten, die frei von Konservierungsstoffen und Backhilfsmitteln sind. Ausserdem sind von unseren hundert Mischungen alle vegan und etwa dreissig sind glutenfrei.

Wie viele Mitarbeitende beschäftigt ihr?

Unser Team besteht aus neun Leuten.

Habt ihr eine eigene Manufaktur?

Ja, wir machen das alles selber. Deswegen können wir auch kleinere Chargen von speziellen Sorten produzieren.

Dein Brot ist sehr nachhaltig. In welchen Lebensbereichen lebst du persönlich bewusst?

Das Thema Achtsamkeit finde ich sehr wichtig. Es ist schön, dass es an immer grösserer Bedeutung gewinnt. Ich umgebe mich in meinem Umfeld nur mit Menschen, die diese Achtsamkeit pflegen und mache das auch bewusst mit meinen Kindern. Die Zeit mit ihnen ist handyfreie Zeit, da bin ich nicht erreichbar.

Paar Picknick
Rund 90 verschiedene Sorten Brot finden sich in Andreas Sortiment

 

Weitet sich dieses Bewusstsein auch auf deine Ernährung aus?

Viele andere ernähren sich definitiv bewusster als ich. Aber mir ist nicht egal, wo mein Essen herkommt. Wir kochen selbst und Fast-Food gibt es bei uns nicht mehr. Da hat mich Dankebitte sensibilisiert. Aber: Ich bin kein Hardcore-Öko (lacht).

Wie oft backst du Brot noch selbst?

Eigentlich täglich. Wenn ich meinen Kindern ihre Frühstücksstulle mitgebe, ist das selbstgebacken. Wir sind klassische Abendbrotesser.

Kaufst du ab und an Brot beim Bäcker oder im Supermarkt?

Meine kleine Tochter ist sieben und bis vor drei Jahren ass sie kein anderes Brot als das Abgepackte aus dem Supermarkt, weil das weich und bereits vorgeschnitten ist. Dann probierte ich so lange herum, bis das Brot so schmeckte, dass sie den Unterschied nicht mehr bemerkte. Wenn wir mal kein Brot Zuhause haben, kaufe ich natürlich auch mal eins vom Bäcker.

Wie findest du den Ausgleich zur Arbeit?

Das muss ich noch üben. Ich würde gerne mal richtig wegfahren und abschalten, aber oft werde ich irgendwo gebraucht. Da die Arbeit nunmal mein Baby ist, brauche ich nicht zwingend einen Ausgleich. Ich gehe aber seit sechs Wochen ins Yoga!

Was ist das Schönste, das dir jemand mal in Bezug auf dein Unternehmertum gesagt hat?

Ich erhalte oft Feedback, dass es Wahnsinn ist, was ich da aufbaue. Für ein Einzelnes entscheiden, kann ich mich nicht.

Welche Tipps gibst du deinen Kunden fürs Brotbacken mit?

Erstens mal, dass sie es wirklich machen sollen, wie es in der Anleitung steht. Und das Brot auch lange genug auskühlen zu lassen und dem verführerischen Duft zu widerstehen. Wer es knuspriger mag, soll es die letzten zehn Minuten ohne die Form weiterbacken. Und falls sonst irgendwas ist - bitte anrufen!

Was wünscht du dir für die Zukunft von Dankebitte?

Ich wollte immer eine griffige Antwort auf diese Frage finden, aber es verändert sich alles. Ich habe das Ziel, aus tiefstem Herzen, ich möchte ein geiles Unternehmen aufbauen, Arbeitsplätze schaffen und möchte, dass wir weiter in so guter Qualität produzieren wie bisher. Ich habe noch so viele Ideen für unsere Produktpalette.

Andreas Kopf steckt voller Ideen - wer weiss, was noch kommen mag!



Vielen Dank für das spannende Interview, liebe Andrea! Hat dir Andreas Geschichte gefallen? Dann gib der Story deinen Vote und hinterlasse einen Kommentar.

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Interview: Linda Schenker

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